Der September ist vorbei als pdf
Und wie er sich gezeigt hat ist schon erstaunlich. Eigentlich gehört der September eher zu den nicht so guten Monaten. Aber gerade im Dow Jones ist zu erkennen, wie gut er diesmal war. Es gab die beste Entwicklung in einem September seit den 1930er Jahren.
Beim Dax sieht das etwas anders aus, auch wenn hier ebenfalls ein richtig guter Wert erreicht wurde. Ich habe mal die Septemberwerte ab 1991 verglichen. Nach 1997 war der diesjährige September der zweitbeste seit 1991.
| 1991 -2,64% | 1996 4,25% | 2001 -16,96% | 2006 2,47% |
| 1992 -4,86% | 1997 6,00% | 2002 -25,42% | 2007 2,92% |
| 1993 -1,50% | 1998 -7,43% | 2003 -6,54% | 2008 -9,21% |
| 1994 -9,09% | 1999 -2,29% | 2004 2,85% | 2009 3,98% |
| 1995 -2,29% | 2000 -6,17% | 2005 4,44% | 2010 5,13% |
Erkennbar wird hierbei das die Aussage “schlechter Börsenmonat” in den vergangenen Jahren eher unangebracht war. Für diese Bezeichnung spricht aber die Deutlichkeit der Kursverluste wenn der Markt sich im September nach untern orientiert.
Der Mittelwert der vergangenen 20 Jahre beläuft sich auf -3,12%. Der Mittelwert der negativen Jahre ist -7,87% und der der positiven Jahre 4,00%. Das zeigt das der September im Mittel schon eher negativ belastet ist.
Wie reiht sich aber nun der September 2010 in die Historie der letzten 20 Jahre ein?
Dieser Monat gehört also auch insgesamt zu den besten. Er ist kein Ausreißer aber eben sowenig Mittelmaß.
Auch war der September permanent im positiven Bereich. Das hatten wir zuletzt in 2004. Diese beiden September standen jeweils im Dunst einer langen Seitwärtsbewegung im Anschluß an die erste stärkere Erholung nach den krisenbedingten Einbrüchen. Dazu mal eine aktuelle Darstellung aus dem letzten Beitrag. Hier habe ich auch die Seitwärtsbewegungen eingezeichnet. Nun stellt sich die Frage ob wir dieses mal auch wieder nach oben ausbrechen.
Meines Erachtens spricht diesmal wenig für einen neuerlichen Ausbruch nach oben. Die Charttechnik gibt da zwar Hinweise für einen Anstieg aber es lassen sich dort auch negative Dinge herauslesen. Und fundamental scheint die Lage keineswegs so rosig wie man uns derzeit glauben lassen möchte. Die Krise Anfang des Jahrtausend hatte wirtschaftlich weniger Auswirkungen und braucht deutlich weniger Liquiditätsspritzen und Konjunkturprogramme wie die aktuelle Krise. Vergleicht man nun die beiden Krisen kann man zu dem Schluss kommen das die enorme Liquidität weltweit doch mehr Marktmacht ausübt als man sich das vorstellen kann. Doch was kommt „nach der Liquidität“ und vor allem wann ist „nach der Liquidität“? Vorbei scheint die Geldschwemme noch nicht zu sein. Möglicherweise sehen wir deshalb doch einen Ausbruch nach oben.
Warten wir es ab.


